{"id":115,"date":"2017-12-23T21:17:51","date_gmt":"2017-12-23T20:17:51","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.wladarsch.com\/?p=115"},"modified":"2017-12-23T21:17:51","modified_gmt":"2017-12-23T20:17:51","slug":"mein-tod-ist-hell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wladarsch.com\/WordPress\/mein-tod-ist-hell\/","title":{"rendered":"Mein Tod ist hell"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Fast h\u00e4tte ich geschrieben \u201ewar hell\u201c, aber das w\u00fcrde bedingen, da\u00df ich den Tod schon hinter mir hab. Hab ich aber nicht. Noch nicht mal das Leben, das hab ich noch vor mir. Und das ist auch ganz gut so, sonst h\u00e4tte ich mit Sicherheit jetzt gr\u00f6\u00dfere Probleme meinen Tee zu trinken und meine wirren Gedanken \u00fcber eine Tastatur auf dem Bildschirm sichtbar zu machen.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Mich besch\u00e4ftigt die Zeit, in der ich nicht so ganz anwesend war. Nicht da\u00df ich darunter leide, ganz im Gegenteil. In der Zeit habe ich mehr \u00fcber das Leben und mich erfahren, als in den siebenundvierzig Jahren davor. Nie war ich gl\u00fccklicher und dankbarer Leben zu d\u00fcrfen als jetzt. Aber warum durfte ich das alles er-leben, warum durfte ich es \u00fcber-leben?<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Stell dir vor, du bist Atheist und du stellst pl\u00f6tzlich fest: Es gibt keinen Gott! Du bist vollgepumpt mit Drogen, liegst im Koma irgendwo zwischen hier und weg, nicht wirklich lebendig auf einem K\u00fchlkissen bei 33\u00b0 frisch gehalten, aber noch nicht klinisch tot. Die Drogen fangen an, ihre ganze Wirkung zu entfalten und du kriegst einen Trip. Vielleicht ist es auch keiner, du wei\u00dft es nicht. Es kann genauso gut sein, da\u00df du tot bist. Also mach ich das kostenlose Probetraining mit.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Ich bin allein. Kein Mensch hier. Kein Gott. Kein Messias. Kein Prophet. Kein Leibhaftiger. Kein Engel. Kein Tunnel und schon gar kein Licht am Ende. Aber es ist hell, da wo ich jetzt bin. Es ist nicht grell, es tut nicht weh, ein angenehmes helles und warmes Licht. Es ist eigentlich gar kein Licht, wie ich es bis heute gekannt hab, es ist Teil des Zustands, in dem ich mich befinde. Der Zustand f\u00fchlt sich gut an. Obwohl ich nichts f\u00fchle. Keine K\u00e4lte, keine W\u00e4rme, keine Schmerzen. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Es ist still. Sehr still. Aber nicht totenstill, keine Stille die mir Angst macht. In dem Augenblick f\u00e4llt mir auf, da\u00df ich \u00fcberhaupt keine Angst sp\u00fcre. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Warum auch, denk ich so f\u00fcr mich. Es ist sch\u00f6n hier. Ich hab auch keinen Hunger, ich mu\u00df \u00fcberhaupt nicht \u00fcber irgendetwas nachdenken. Ich kann einfach nur sein. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Ich f\u00fchle mich auch nicht allein, habe auch nicht das Bed\u00fcrfnis nach jemanden zu rufen. Ganz davon abgesehen, da\u00df es diese wunderbare Ruhe zerst\u00f6ren w\u00fcrde. Gott, der du nicht da bist, weil es dich nicht gibt- ist das sch\u00f6n hier! Ich bleibe! Das ist der Frieden, nach dem alle suchen, genau so sieht er aus, riecht er, schmeckt er, f\u00fchlt er sich an. Kurz habe ich das Bild eines Embryos im Mutterleib, hell und freundlich, leise und warm. Sicher. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Das Leben scheint einen anderen Plan f\u00fcr mich zu haben. Ich mu\u00df diesen Ort wieder verlassen. Dahin zur\u00fcck wo man behauptet, es sei das Diesseits. Ich sehe nicht an der Zimmerdecke schwebend zu, wie ich in meinen K\u00f6rper zur\u00fcck kehre. Ich schlafe einfach noch eine ganze Weile weiter und wache dann tats\u00e4chlich wieder auf! Kein Wecker, der mich hochschrecken l\u00e4sst, sondern ganz langsam und sanft. Die \u00c4rzte reduzieren nach und nach die Drogen, das Wiederkommen tut nicht weh. Eine sanfte Geburt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Es dauert noch etliche Tage und Wochen, bis ich einigerma\u00dfen bei klarem Verstand bin. Auch ein Jahr danach erscheint immer noch vieles unwirklich. Aber ich bin wieder da. Und wie. Nat\u00fcrlich werde ich irgendwann sterben. Aber ich wei\u00df jetzt, wie es sich anf\u00fchlt und wo ich hinkomme. Ich habe keine Angst davor. Ich freue mich irrsinnig auf das Leben. Aber auch auf das, was danach kommt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\"><span style=\"font-size: large;\">Mein Handtuch liegt schon auf der Liege am Pool &#8230;<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast h\u00e4tte ich geschrieben \u201ewar hell\u201c, aber das w\u00fcrde bedingen, da\u00df ich den Tod schon hinter mir hab. Hab ich aber nicht. Noch nicht mal das Leben, das hab ich noch vor mir. 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